Theoretischer Hintergrund zum NaKomm --> VORLÄUFIG - NOCH IN BEARBEITUNG <--

Das NaKomm wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen entwickelt und über den Nationalen Krebsplan (NKP) finanziert.

Bildungs- und pflegetheoretischer Begründungsrahmen

Das NaKomm bietet eine curriculare Struktur wie auch konkrete Lernsituationen zur Förderung kommunikativer und beraterischer Kompetenzen in den Pflegeausbildungen. Es bezieht sich auf die in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV 2018) festgelegten Kompetenzen und greift damit auch die diesen hinterlegten pflegetheoretischen Grundlagen auf.  Im Anschluss an die Kritische Theorie der Pflegewissenschaft (Friesacher 2008) wird Pflege als ein interpersoneller Problemlösungs- und Beziehungsprozess konzipiert, der auf wechselseitiger Anerkennung des Gegenübers in seiner Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit beruht. Wichtige Bezugspunkte sind die Konzepte der Verständigungsorientierung (Habermas 1982a; 1982b), der Anerkennung (Honneth 1992), der nicht-paternalistischen Fürsorge (Remmers 2000), der Anwaltschaft (Gadow 1980) und der Verschränkung von Körper und Leib (Gugutzer 2014). Mehr: Pflegetheoretische Rahmung (Annekatrin Skeide)

Des Weiteren liegt dem NaKomm das bildungstheoretisch fundierte Modell der Interaktionistischen Pflegedidaktik (Darmann-Finck 2010) zugrunde. Dieser pflegedidaktische Ansatz stützt sich auf die kritisch-konstruktive Didaktik (Klafki 1993) und die Bildungsgangdidaktik (Meyer 2008). Bildung wird als Entwicklung eines „multidimensionalen Selbst- und Weltverständnisses“ (Klafki 1993, 53) sowie einer ausbalancierenden Ich-Identität und als selbsttätig erarbeiteter und personal verantworteter Zusammenhang der Fähigkeiten zur Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidaritätsfähigkeit (Klafki 1993, 52) verstanden. Im NaKomm werden diese übergeordneten Bildungsziele insofern systematisch verfolgt, als die Lernenden von Beginn an mit komplexen Lernsituationen konfrontiert werden. Diese Lernsituationen sind fallbezogene Unterrichtseinheiten, die auf typischen multidimensionalen beruflichen Problem-, Konflikt, Widerspruchs- und Dilemma-Situationen basieren. Mehr: Konzepte der Interaktionistischen Pflegedidaktik (Ingrid Darmann-Finck)

 

Methodisches Vorgehen (Konstruktionsprozess)

Für das methodische Vorgehen bei der Konstruktion des NaKomm wurde der aus der Erwachsenenpädagogik stammende Ansatz zur Curriculumentwicklung von Siebert (1974) (s. auch Knigge-Demal 2001) genutzt und um eine Phase der didaktischen Analyse und Reflexion erweitert.

In der ersten Konstruktionsphase wurden zunächst übergeordnete Bildungsziele festgelegt (s.  Pflege- und Bildungstheoretischer Begründungsrahmen). In der zweiten und dritten Phase wurden verschiedene Analysen durchgeführt, nämlich eine Analyse der fach- und bezugswissenschaftlichen Grundlagen (Theoretische Grundlagen der Interpersonellen Kommunikation in der Pflege  (Ingrid Darmann-Finck, Nicole Duveneck und Sebastian Partsch) und Theoretische Grundlagen der Beratung in der Pflege (Ingrid Darmann-Finck und Sabine Muths )), eine Analyse der Lernvoraussetzungen der Pflegeauszubildenden bezogen auf Kommunikation (Analyse der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler  (Sebastian Partsch)), eine Analyse der Qualifikationsanforderungen der Berufspraxis (Recherche der Perspektive von zu pflegenden Menschen (Sebastian Partsch) und (Anforderungen der Berufswirklichkeit (Ingrid Darmann-Finck)) sowie eine Recherche und Analyse von Best Practice Beispielen zur Förderung der kommunikativen Kompetenz in der Pflegeausbildung (Ergebnisse Förderung kommunikativer Kompetenz (Sebastian Partsch) und Ergebnisse Förderung der Empathiefähigkeit (Gerlinde Klimasch).

Die Ergebnisse der Analysen wurden in der nächsten Konstruktionsphase einer didaktischen Analyse auf der Basis der pflegedidaktischen Heuristik der Interaktionistischen Pflegedidaktik (Darmann-Finck 2010) unterzogen und dadurch systematisiert. In der fünften Konstruktionsphase wurde dann das Curriculum konstruiert, d. h. Kompetenzen, Inhalte und Methoden festgelegt. Die fünfte Konstruktionsphase beinhaltete die Erprobung und Evaluation an drei Modellschulen.

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