Informationen geben

Grundlage der Informationsgabe, zielgerichtete Aufbereitung von einfachen pflege- und gesundheitsbezogenen Informationen für zu pflegende Menschen, die sich auf einem vergleichbaren Kognitionsniveau befinden wie die Lernenden selbst

Gliederung

Situations-merkmale

Zielgruppe

  • junge Erwachsene (19 – 29 Jahre)
  • Menschen im Erwerbsalter (30 – 69 Jahre)
  • ältere Menschen (ab 70 Jahre)
  • Pflegende / Lernende selbst

Setting

  • auf mehrere bezogen oder nicht näher bestimmt

Pflegeanlass

  • Kommunikations- / Informations-/ Beratungsbedarf

Lernsequenzen

Sequenz 1 - Erfahrungen mit Situationsanlässen für Informationsgespräche und Begriffsdefinitionen

1 Std. (davon Kommunikation: 1 Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • identifizieren berufliche Situationen und Anforderungsbereiche, in denen eine Informationsgabe erforderlich ist,
  • kennen die in der Pflegeforschung erhobenen Erwartungen, die zu pflegende Menschen an Art, Inhalt und Form der Informationen haben, die Pflegende ihnen geben,
  • unterscheiden Situationen mit gezielter Informationsgabe von informellen Gesprächen, in denen auch Informationen übermittelt werden,
  • differenzieren Situationen der pflegerischen Informationsgabe nach Schwierigkeitsgrad und vollziehen den curricularen Aufbau nach,
  • bestimmen alltägliche Pflegesituationen aus ihrem Praxisfeld, in denen sie mit ihrem Kenntnisstand gewünschte Informationen an zu pflegende Menschen geben können,
  • tauschen sich über beobachtete oder selbst durchgeführte Situationen der Informationsgabe aus,
  • formulieren bereits erfahrene oder erwartete Herausforderungen und Schwierigkeiten, die eine gelingende Informationsgabe an sie persönlich stellt.

didaktisch methodischer Verlauf

Die Lernenden... Methodik
1 ... vergegenwärtigen sich die in einem vorhergehenden Unterricht erarbeiteten Kriterien für eine gelungene Anleitungssituation und berichten von ihren Erfahrungen mit praktischen Anleitungen von zu pflegenden Menschen Schritt 1-8: Lehrer*in-Schüler*innen-Gespräch
2 ... leiten aus ihren Erfahrungen ggf. Veränderungen für den entwickelten Kriterienkatalog zur didaktischen Planung der Anleitung von zu pflegenden Menschen ab und halten diese fest Visualisierung des Arbeitsergebnisses aus dem entsprechenden Unterricht (Lernsituation - Menschen zum Handeln anleiten) mit Korrekturmöglichkeit, z. B. auf der digital gestützten Lernplattform
3 ... unterscheiden Anleitung und Informationsgabe und sammeln Praxissituationen, in denen sie Pflegefachkräfte bei der Information von zu pflegenden Menschen und / oder ihren Bezugspersonen beobachtet haben bzw. auch selbst gefordert waren, im Pflegealltag Informationen zu vermitteln, und unterscheiden zwischen formellen und informellen Informationsgesprächen Kurzdefinitionen, z. B. als Tafelanschrieb
4 ... informieren sich zu Ergebnissen der Pflegeforschung, die den Informationsbedarf zu pflegender Menschen durch Pflegefachkräfte betreffen Lehrer*inkurzvortrag, ggf. auch Arbeit mit Textauszügen
5 ... tragen zusammen, welche Herausforderungen und Schwierigkeiten des Pflegeberufs sie in Verbindung mit der Aufgabe "Patient*innen informieren" sehen Kartenabfrage
6 ... sortieren diese Anforderungen im Schwierigkeitsgrad, eliminieren solche, die sich auf die Kompliziertheit der Information, auf Einschränkungen der Kognition / Verständnisleistung bzw. die Komplexität der Interaktion beziehen und lernen dabei die Konzeption der curricularen Vermittlung kennen clustern der Karten anhand vorbereiteter / zu bildender Kategorien
7 ... sammeln solche Situationen im Pflege- / Stationsalltag, die zu pflegende Menschen an sie herantragen könnten (bzw. die ihnen übertragen werden könnten) und auf die sie mit ihrem bisher erworbenen Kenntnisstand kompetent eingehen können Tafelanschrieb mit Kurzcharakteristik der Situation (wer, wo, wann, welche Vorkenntnisse, welcher Informationsbedarf, ...)
8 ... wählen drei möglichst unterschiedliche, realitätsnahe Situationen aus

Sequenz 2 - Ein einfaches Informationsgespräch im Klinikalltag / in der Pflegeeinrichtung planen und durchführen

4 Std. (davon Kommunikation: 3 Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • rezipieren / erarbeiten Regeln für den didaktisch-methodischen Aufbau von (formellen / geplanten) Informationsgesprächen,
  • nennen und begründen Kriterien für ein gelungenes, verständliches Informationsgespräch,
  • planen Informationsgespräche und führen sie durch,
  • beurteilen formelle Informationsgespräche kriteriengeleitet und schätzen die Chancen der Zielerreichung ein,
  • dokumentieren das durchgeführte Informationsgespräch,
  • vermuten und identifizieren unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse von zu pflegenden Menschen bzgl. der Informationsgabe durch Pflegende.

didaktisch methodischer Verlauf

Die Lernenden... Methodik
1 ... entwickeln aus dem bislang erarbeiteten Kriterienkatalog für eine gelungene Anleitungssituation eine Struktur für ein formelles Informationsgespräch Lehrer*in-Schüler*innen-Gespräch mit Dokumentation, z. B. digital auf der Lernplattform, ggf. unterstützende Vorgabe von Strukturierungskriterien, z. B.: (1) zu Pflegende Person - Vorwissen, mgl. Sinneseinschränkungen, mgl. Verständnisschwierigkeiten, mgl. Interessen ...; (2) Sachanalyse - Klärung des Inhalts, Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem ... ; (3) Aufbereitung des Gegenstands - Aufteilung / Gliederung der Informationen, Möglichkeiten der Visualisierung, Möglichkeit von haptischer Erfahrung, Möglichkeit akustischer Ausgestaltung ... ; (4) Zielsetzungen, situationsbezogen für das Gespräch ... (5) Durchführung - Gesprächsaufbau, Abfragen der Informationsbedürfnisse, eigenes Sprachverhalten (Sprechtempo, Betonung, Blickkontakt, Satzbau) ...; (6) Ergebnissicherung - Rückvergewisserung, Möglichkeit zum Nachfragen ...
2 ... rezipieren Kriterien für die Verständlichkeit von schriftlichen Informationen und adaptieren sie, soweit das erforderlich ist, an die Anforderungen bei mündlicher Information Textarbeit, Einzel- / Partner*innenarbeit mit anschließendem Lehrer*in-Schüler*innen-Gespräch
3 ... ergänzen und überarbeiten die Planungsstruktur für ein formelles Informationsgespräch entsprechend Kleingruppenarbeit (Aufteilung in 6 Kleingruppen im Vorgriff auf Schritt 4) und / oder Lehrer*in-Schüler*innen-Gespräch im Plenum
4 ... bilden Kleingruppen im Plenum und verabreden, in welcher der ausgewählten drei Situationen aus Sequenz 1 sie die Rolle der Pflegenden, die Rolle der zu pflegenden Person oder die Beobachterrolle übernehmen wollen Schritt 4-3: Gruppenarbeit in 6 festen Kleingruppen (jeweils zwei themengleich)
5 ... planen für eine Situation die Informationsgabe als Pflegende orientiert an der erarbeiteten Struktur und stellen sich für die dritte Situation auf die Beobachtungsaufgabe ein
6 ... spielen alle drei Situationen mindestens einmal durch, reflektieren jeweils aus allen drei Perspektiven und werten jede Reflexion hinsichtlich der Fragestellung aus, inwiefern im durchgeführten Informationsgespräch a) der offen formulierte und verdeckt bestehende Informationsbedarf des zu pflegenden Menschen befriedigt wurde und b) die selbst gesetzten Zielsetzungen für das Gespräch erreicht wurden Triadenarbeit (selbstorganisiert) oder Team-Teaching mit geteilter Klassenstärke oder Videoaufzeichnung und Auswertung ausgewählter Szenen
7 ... formulieren in ihren Kleingruppen jeweils zum durchgeführten Informationsgespräch den entsprechenden Eintrag in die Pflegedokumentation Einzelarbeit (bei Triaden) bzw. Kleingruppenarbeit
8 ... geben sich untereinander Rückmeldungen zu den Dokumentationseintragungen bzw. fordern bei Unsicherheit Rückmeldungen durch die / den Lehrende*n ein Triaden- bzw. Kleingruppenarbeit, Einzel- / Gruppengespräche mit der / dem Lehrenden
9 ... fassen ihre Erfahrungen zu einer gezielten Information zusammen, nehmen ggf. Korrekturen an dem entwickelten Strukturplan und dem Kriterienraster vor, stellen sich auf die Aufgabe der Informationsgabe im nächsten Praxiseinsatz ein bzw. auf die bevorstehenden Einheiten zu diesem Thema im Curriculum Lehrer*in-Schüler*innen-Gespräch im Plenum

Sequenz 3 - Informationsgabe dokumentieren und evaluieren

1 Std. (davon Kommunikation: 1 Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • reagieren situativ auf informelle Fragen / Informationsbedarfe zu verschiedenen, alltäglichen Pflegeanlässen in den gewählten Themenfeldern,
  • beurteilen informelle Informationsgespräche kriteriengeleitet und schätzen den möglichen Erkenntnisgewinn für den zu pflegenden Menschen ein,
  • stellen situativ geeignete Formulierungen zusammen, mit denen sie in einem informellen Gespräch zu gesundheits- / pflegebezogenen Fragen informieren können bzw. begründet und motivierend auf Alternativen zu einem aktuell nicht möglichen Informationsgespräch verweisen,
  • dokumentieren informelle Informationsgaben im Rahmen der pflegerischen Versorgung,
  • verständigen sich über ihren Lernzuwachs und ihre weiteren Lernerwartungen mit Blick auf die zu Beginn der Lernsituation benannten Herausforderungen und Schwierigkeiten (Sequenz 1, Schritt 5/6),
  • reflektieren (vorläufig) mögliche Chancen und Grenzen von Informationsgaben durch Pflegende aus ihrem aktuellen Blickwinkel (auch vor dem Hintergrund der bekannten - Sequenz 1, Schritt 4 - bzw. vermuteten Erwartungen von zu pflegenden Menschen).

didaktisch methodischer Verlauf

Die Lernenden... Methodik
1 ... reagieren situativ unvorbereitet auf verschiedene, informell geäußerte Informationsbedürfnisse bzw. Beobachtungen / Verhalten, die den Anlass für eine Informationsgabe bilden können z. B. Arbeit mit Rollenkarten mit Situationsanweisungen für zu pflegende Menschen, auf die die Auszubildenden unvorbereitet treffen, kurze Begegnungen im Stehgreifspiel (Stuhlkreis im Plenum)
2 ... geben begründet Rückmeldungen (multiperspektivisch) zu gelungenen und entwicklungsfähigen Reaktionen, die jeweils in der Stehgreifsituation gefunden wurden und suchen / erproben / diskutieren alternative Lösungsmuster Lehrer*in läßt Lösungsvorschläge möglichst in erneuten, kurzen Spielszenen direkt erproben
3 ... halten besonders gut gelungene Formulierungen jeweils fest Mitschrift, z. B. auf Flipchart
4 ... entscheiden anschließend zusammenfassend, in welcher der Situationen eine Dokumentation im Pflegebericht sinnvoll ist und wie diese lauten müsste Lehrer*in-Schüler*innen-Gespräch, Mitschrift
5 ... betrachten abschließend ihre in Sequenz 1 (Schritt 5/6) formulierten Erwartungen hinsichtlich der Herausforderungen und Schwierigkeiten und geben vor diesem Hintergrund eine Einschätzung ab, wie sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt ihre Kompetenz "Menschen aller Altersstufen zu gesundheits- und pflegebezogenen Fragestellungen zu informieren" einschätzen Statements / Blitzlicht

Hinweise zur Unterrichts-vorbereitung

Voraussetzungen, Weiterführungen, Alternativen

Voraussetzungen


Weiterführungen


Parallelen

Anhang

Entwicklung

Literatur

cc 0
Für die fortlaufende Optimierung verwendet die NaKomm Datenbank Cookies. Falls Sie Fragen dazu haben, können Sie uns gerne über das Kontaktformular kontaktieren. Wenn Sie in der Datenbank weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Klicken Sie hier, um der Cookie-Nutzung zu widersprechen