in process

Frau Gerwien und Herr Becker

--> VORLÄUFIG - NOCH IN BEARBEITUNG <--Umgang mit Tabuthemen und Begegnungen mit Harninkontinenz in unterschiedlichen Kontexten der Akutversorgung (Gynäkologie / Uro-/Nephrologie) und Pflegeorganisationsstrukturen - Bedside-Übergabegespräche / Pflegevisiten - Beratungsgespräche anregen und, sofern gewünscht, auch konzipieren und durchführen

Gliederung

Der Fall

Fall 1: Sandra Gerwien oder: „Ich möchte Ihnen keine Unannehmlichkeiten bereiten.“

Pflegefachkraft Sabine Niedermaier hat Spätdienst auf der gynäkologischen Station im St. Marien-Spital. Frau Sandra Gerwien, 47 Jahre, wird am Nachmittag auf der Station aufgenommen, da bei ihr am kommenden Tag eine Hysterektomie mit Adnektomie durchgeführt werden soll. Frau Niedermaier hat zunächst die Aufgabe, die Patientin für die Operation am folgenden Tag vorzubereiten.
Am kommenden Tag wird der Eingriff durchgeführt, die Patientin wird am späten Vormittag aus dem Aufwachraum wieder auf die Station zurückverlegt. Als Sabine Niedermaier zum Dienst kommt, wird ihr die Patientin von ihrer Kollegin Selma Özkan in einer Bed-Side-Übergabe vorgestellt. Anschließend soll Frau Niedermaier die Versorgung der Patientin für den Nachmittag übernehmen.
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Schon bei der präoperativen Intim-Rasur ist Frau Niedermaier ein stechender Uringeruch im Intimbereich von Frau Gerwien aufgefallen, den sie auch beim Vorlagenwechsel am nächsten Nachmittag wieder bemerkt. Sabine Niedermaier überlegt, wie sie Frau Gerwien auf eine mögliche Inkontinenzproblematik ansprechen kann.

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Bed-Side-Übergabe am Nachmittag nach der Operation
Beteiligt sind:
Patientin Sonja Gerwien, 47 Jahre,  (Fr. G.)
Pflegefachfrau Sabine Niedermaier (hat vor 20 Minuten den Spätdienst begonnen), 35 Jahre  (Pfl. N.)
Pflegefachfrau Selma Özkan, 28 Jahre,  (übergibt aus dem Frühdienst, hat gleich Feierabend) (Pfl. Ö.)

Vor der Tür, Geräusche auf dem Gang – es ist 13:20
Pfl. Ö: Hier liegt zunächst gleich auf dem ersten Platz Frau Gerwien. Sie wurde vor 2 Std. aus dem Aufwachraum übernommen. Im mittleren Bett liegt […]
Pfl. Ö: […] Hast du noch Fragen? Nein? Gut dann woll’n wir mal.
Sie klopft an die Tür, man hört Schritte und die Betätigung der Anwesenheitsleuchte.
Pfl. Ö: Hallo die Damen, mein Feierabend naht und ich bringe meine Kollegin Sabine Niedermaier mit, die Sie ja schon von gestern Nachmittag kennen. Grüß Gott Frau Gerwien, sind Sie langsam wieder auf dieser Welt angekommen? Wie fühlen Sie sich denn?
Fr. G.: Ja es geht so, …. Ich bin noch sehr schläfrig.
Pfl. Ö: Das ist ganz normal Frau Gerwien, schlafen Sie sich ruhig erstmal aus.
An ihre Kollegin gewandt: Frau Gerwien hatte heute Vormittag die Hysterektomie nach Plan und ist seit 11.30 Uhr wieder auf Station. Der Blutdruck ist noch etwas niedrig mit 100/65 mmHg, ansonsten sind die Vitalwerte aber alle in Ordnung.
Pfl. N.: Wann wurden denn die letzten Werte erfasst? Sie sieht ja sehr blass aus.
Pfl. Ö: Ich habe zuletzt vor einer halben Stunde die Vitalwerte kontrolliert, du müsstest so in 30 Minuten nochmal nachmessen. Sie ist die ganze Zeit schon sehr blass, ich habe sie darum sicherheitshalber auch nochmal auf Blutungen kontrolliert, aber soweit scheint alles in Ordnung zu sein. Ich bin sicherheitshalber mit ihr bisher auch noch nicht aufgestanden, ich halte es für besser, abzuwarten bis sich ihr Blutdruck etwas stabilisiert hat. Bisher musste Frau Gerwien auch noch kein Urin lassen, so dass ich sie erstmal hab liegen lassen.
Pfl. N.: Haben Sie denn Schmerzen Frau Gerwien oder irgendwelche anderen Beschwerden?
Fr. G.: Nein, nein es geht schon. Ich habe ja erst vor einer halben Stunde die Infusion bekommen. Die war doch auch gegen die Schmerzen oder Frau Özkan?
Pfl. Ö: Ja genau, die Infusion enthielt ein Analgetikum. Sie können sich bei Schmerzen aber jederzeit melden Frau Gerwien, dann bekommen Sie weitere Schmerzmedikamente.
Pfl. N.: Okay Frau Gerwien, wenn ansonsten alles in Ordnung bei Ihnen ist würden wir weitergehen. Sollte noch irgendwas sein, melden Sie sich einfach bei mir. Die Klingel liegt direkt neben Ihnen am Kopfende. Ich schau aber auch in etwa einer halben Stunde wieder bei Ihnen vorbei um die Vitalzeichen zu kontrollieren.
Fr. G.: Okay, vielen Dank Schwester und Ihnen wünsche ich einen schönen Feierabend.
Pfl. Ö: Vielen Dank und bis Morgen Frau Gerwien.
Man hört Schritte, die langsam ausgeblendet werden, als die Pflegenden ans nächste Bett treten, wo noch leise die Begrüßungsformel zu hören ist (Hallo Frau Dangl, wie geht es Ihnen …).

Weitere Situationen im Verlauf des Nachmittags
14:15 – Man hört ein Klopfen an der Tür, die Tür öffnet sich
Pfl. N.: So Frau Gerwien da bin ich wieder. Wie geht es Ihnen den mittlerweile?
Fr. G.: Ach so weit ganz gut, ich werde so langsam wieder wacher.
Pfl. N.: Sehr schön, ich habe auch den Eindruck, dass sie wieder etwas Farbe im Gesicht haben. Ich werde gleichmal die Vitalzeichen kontrollieren.
Kurze Pause in der Frau Niedermaier die Vitalwerte überprüft (man hört das Verschließen und Öffnen der Blutdruckmanschette)
Pfl. N.: Das sieht doch schon besser aus, ihr Blutdruck ist etwas angestiegen und liegt jetzt bei 110/75 mmHg. Puls und Temperatur waren ja schon direkt nach der Operation im Normalbereich. Ich stelle Ihnen jetzt mal das Kopfende etwas höher, wenn Sie möchten können Sie ab jetzt auch gerne schluckweise mit dem Trinken anfangen, aber bitte nur langsam trinken.
Man hört Gläser klirren und das Eingießen von Wasser ins Glas.
Fr. G.: Vielen Dank Frau Niedermaier, das tut gut.
Pfl. N.: Denken Sie daran nicht zu schnell zu trinken, nach der Operation kann es schnell zum Verschlucken kommen. Brauchen Sie sonst noch etwas? Wie sieht es mit den Schmerzen aus?
Fr. G.: Die Schmerzen sind nicht besonders stark, das lässt sich gut aushalten.
Pfl. N.: Na gut Frau Gerwien, aber melden Sie sich rechtzeitig, das Schmerzmittel braucht auch seine Zeit bis es wirkt, also melden Sie sich nicht erst wenn die Schmerzen überhandnehmen.
Fr. G.: Danke, ich werde mich rechtzeitig melden.
Pfl. N.: Dann ist gut, ich schaue in einer Stunde noch einmal bei Ihnen rein.
Man hört Schritte die sich entfernen.

15:30 – Man hört ein Klopfen an der Tür, die Tür öffnet sich
Pfl. N.: So Frau Gerwien, wie geht es Ihnen? Ich wollte nochmal die Vitalzeichen kontrollieren und mir das Operationsgebiet ansehen.
Fr. G.: Soweit geht es mir ganz gut, aber vielleicht könnte ich gleich doch ein Schmerzmedikament bekommen, so langsam werden die Schmerzen stärker.
Pfl. N.: Natürlich Frau Gerwien, ich werde Ihnen sofort erstmal eine Tablette holen.
Man hört Schritte die sich entfernen, das Öffnen und Schließen der Tür und dann wieder ein Klopfgeräusch, erneutes Öffnen und Schließen der Tür und das Näherkommen der Schritte.
Pfl. N. So Frau Gerwien, hier einmal die Schmerztablette, nehmen Sie die am besten gleich.

Man hört Frau Gerwien das Glas aufnehmen, trinken und das Glas abstellen.
Pfl. N.: Gut dann will ich anschließend nochmal die Vitalzeichen kontrollieren.

Kurze Pause in den Frau Niedermaier die Vitalwerte überprüft (man hört das Verschließen und: Öffnen der Blutdruckmanschette)
Fr. G.: Und? Wie sind die Werte?
Pfl. N.: Sehr gut Frau Gerwien, ihr Blutdruck ist wieder im Normbereich mit 125/ 80 mmHg. Ich möchte mir dann gleich nochmal das Operationsgebiet anschauen, um zu sehen ob es nachgeblutet hat. Dafür muss ich eben unter die Decke schauen. Könnten Sie die Beine bitte etwas spreizen.
Man hört raschelnde Geräusche der Bettdecke
Pfl. N.: Das sieht schon mal sehr gut aus. Nur minimale Nachblutungen und keinerlei Entzündungszeichen. Ich denke aber es ist besser, wenn ich Ihnen kurz die Vorlage wechsle und Sie etwas säubere. Da scheint ein bisschen Urin drin zu sein, aber das kann nach so einer Operation schon mal vorkommen.
Man hört erneut die Bettdecke rascheln
Pfl. N.: So, Frau Gerwien, das hätten wir. Sollten Sie zur Toilette müssen, klingeln Sie bitte. Auch wenn Ihr Blutdruck mittlerweile wieder gut ist, möchte ich Sie doch lieber bei Ihren ersten Schritten nach der Operation begleiten, nicht das Sie mir im Badezimmer kollabieren. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun oder brauchen Sie noch etwas.
Fr. G.: Vielen Dank (Pause, Fr. G. etwas leiser:) vielleicht können Sie mir noch ein paar von den Vorlagen hierlassen, nur so zur Sicherheit?
Pfl. N.: Natürlich Frau Gerwien, das ist gar kein Problem, ich lege Sie Ihnen hier in den Nachtschrank. Dann bis später.
Man hört das Auf- und Zuklappen der Nachtschranktür und dann Schritte, die sich entfernen.

17:30
Man hört ein Klopfen an der Tür, die Tür öffnet sich
Pfl. N.: So Frau Gerwien, da bin ich wieder. Haben die Schmerzmedikamente geholfen?
Fr. G.: Ja, vielen Dank Frau Niedermaier. Ich habe gar keine Schmerzen mehr.
Pfl. N.: Sehr schön und ich sehe Sie haben auch schon ein bisschen zu Abend gegessen.
Fr. G.: Ja, wirklich Appetit hatte ich noch nicht. Aber ich habe ja den ganzen Tag noch nichts gegessen und habe ich das Gefühl, dass mir das auch sehr gutgetan hat.
Pfl. N.: Das kann ich mir vorstellen und der Appetit kommt noch von ganz alleine wieder zurück. Ich sehe aber, dass Sie kaum etwas getrunken haben. Sie sollten heute Abend ruhig noch ein bisschen was trinken, das ist auch wichtig für den Blutdruck. Ich würde dann auch gerne gleich mal mit Ihnen aufstehen. Wenn Sie möchten können wir dann auch gleich zur Toilette gehen.
Fr. G.: Das ist nett von Ihnen.
Pfl. N.: Gut Frau Gerwien, dann setzen Sie sich mal langsam auf die Bettkante. Denken Sie daran, was Sie vor der Op trainiert haben, schön über die Seite rollen und hinsetzen. Sehr gut, ist Ihnen schwindelig?
Fr. G.: Nein, alles gut.
Pfl. N.: Sehr schön, dann stehen Sie jetzt langsam auf. Ich stütze Sie ein wenig und dann gehen wir gemeinsam langsam Richtung Badezimmer. Sollte Ihnen schwindelig werden oder so, dann sagen Sie bitte sofort Bescheid.
Man hört Schritte, die sich langsam vorwärtsbewegen.
Pfl. N.: So Frau Gerwien, dann setzen Sie sich vorsichtig auf die Toilette. Vielleicht können Sie ja etwas Urin lassen. Nach der Operation ist es wichtig, dass Sie spontan Urin lassen können. Ich lasse sie so lange alleine.
Kurze Pause – dann hört man die Toilettenspülung
Pfl. N.: So, Frau Gerwien, und konnten Sie etwas Urin lassen? Warten Sie, ich helfe Ihnen beim Hochziehen der Hose. [man hört Bewegungsgeräusche] Oh, ich sehe grade, dass wir die Hose besser wechseln sollten.
Fr. G.: Oh nein, das tut mir leid! Das habe ich gar nicht bemerkt. Entschuldigen Sie bitte Schwester, das ist mir furchtbar unangenehm.
Pfl. N.: Das macht nichts Frau Gerwien, da machen Sie sich mal keine Gedanken. Es wäre allerdings wichtig zu wissen ob Sie vor der Operation schon Probleme mit der Kontinenz hatten oder ob das erst im Zuge der Operation aufgetreten ist, denn dann muss sich das der Arzt unbedingt nochmal ansehen.
Fr. G.: Nein, nein … Ach, das ist mir so unangenehm … Ich habe die Probleme schon länger, seit meine Tochter auf der Welt ist, und hatte eigentlich die Hoffnung, dass es nach der Operation besser werden würde … aber anscheinend hat das keinen Einfluss darauf. Es tut mir wirklich leid. Ich möchte Ihnen keine Unannehmlichkeiten bereiten.

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Fall 2: Enorm viel Wäsche

Pflegefachfrau Elena bekam nach ihrer Ausbildung sofort eine Stelle auf der Urologischen Station im St. Johannes-Stift, einem katholischen Krankenhaus, in dem sie im zweiten Ausbildungsjahr ein Praktikum absolviert hat. Sie berichtet in der Mittagsübergabe von der pflegerischen Versorgung von Herrn Bäcker, 68 Jahre, der vor 3 Tagen mit Verdacht auf eine …. auf der Station eingewiesen worden war:

„Der Patient fühlt sich schwach, klagt über Schwindel beim Aufstehen und benötige daher Begleitung ins Bad und zur Toilette. Die Angehörigen, die regelmäßig kommen, gehen mit Herrn Bäcker zweimal täglich kurze Strecken auf der Station, da er bisher immer sehr mobil und selbständig war.
Heute früh habe ich Herrn Bäcker mit nasser Schlafanzughose und feuchten Unterlage im Bett angetroffen. Auf Nachfrage hat er gesagt, dass er den Nachtpfleger Hans nicht stören wollte und mit dieser blöden Urinflasche nicht zurechtkommt.
Ich habe es erstmal dabei belassen, ihn ins Bad begleitet und das Bett frisch bezogen.
Im Laufe des Vormittags kam dann wieder seine Ehefrau und bei der habe ich mich nach frischer Wäsche erkundigt, dabei das Gespräch auf mein morgendliches Erlebnis mit ihrem Mann gebracht und nachgefragt, ob solch ein Problem schon mal aufgetreten ist.
Frau Bäcker hat das Thema sofort aufgegriffen und berichtete, dass ihr Mann vor zwei Jahren eine Prostataektomie mit anschließender Bestrahlung hatte und seitdem den Harndrang nur schlecht beherrschen könne.
«Für mich» hat sie mir weiter erzählt, «heißt das natürlich enorm viel Wäsche, weil diese Hilfsmittel sind für uns sehr teuer in diesen Mengen. Mein Mann spricht überhaupt nicht gerne über dieses Thema und selbst im engsten Familienkreis darf das keiner wissen. Deshalb geht er mit mir auch nur noch kurz auf Familienfeste und nimmt während dessen und schon vorher keinen Tropfen Flüssigkeit zu sich, damit nichts passiert. Dabei war die Familie für uns doch immer so wichtig. Vielleicht können Sie uns ja hier, während er im Krankenhaus ist, irgendwie helfen.» Ich habe sie dann auf morgen vertröstet, weil ich erstmal mit euch darüber sprechen wollte – ist ja irgendwie ein heikles Thema, grade auch bei Männern.“

 

Situations-merkmale

Zielgruppe

  • Menschen im Erwerbsalter (30 – 69 Jahre)
  • ältere Menschen (ab 70 Jahre)
  • Partnerschaft, soziale Bezugspersonen, Familien

Setting

  • Akutklinik

Pflegeanlass

  • Inkontinenz
  • Kommunikations- / Informations-/ Beratungsbedarf
  • chirurgischer Eingriff

Lernsequenzen

Sequenz 1 - Pflegerische Versorgung von Männern und Frauen in der Akutklinik mehrdimensional betrachtet

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • verständigen sich über ihre Erfahrungen und Strategien im Umgang mit tabuisierten, die Schamgrenzen überschreitenden Pflegesituationen (inbesondere im Zusammenhang mit einer Inkontinenzproblematik)

didaktisch methodischer Verlauf

Die Lernenden... Methodik
1
2 sammeln mögliche Antworten der Patientin festhalten als Ausgangspunkt für LS 3

Sequenz 2 - Prä- und postoperative Versorgung nach einem gynäkologischen Eingriff

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • nennen und erklären wichtige gynäkologische Erkrankungen und zentrale Behandlungsformen,
  • erklären verschiedene Formen eines gynäkologischen chirurgischen Eingriffs am Beispiel der Hysterektomie,
  • erweitern ihr Handlungswissen zur prä- und postoperativen Pflege in Hinblick auf die Versorgung von Patientinnen bei einem gynäkologischen Eingriff (+ erweitertes Wissen für den Bereich der Intimpflege),

didaktisch methodischer Verlauf

Sequenz 3 - Prä- und postoperative Versorgung auf urologisch-nephrologischen Stationen

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • aktivieren und vervollständigen ihr Wissen zu Anatomie und Physiologie der Niere, des ableitenden Harnsystems und der männlichen Geschlechtsorgane,
  • nennen und erklären wichtige nephro- und urologische Erkrankungen und zentrale Behandlungsansätze,

didaktisch methodischer Verlauf

Sequenz 4 - Phänomen Inkontinenz

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • verdeutlichen sich ihre Kenntnisse der Anatomie-/Physiologie des Beckenbodens und berücksichtigen dabei auch das Körperschema und die leiblichen Dimensionen eines bewussten (und unbewussten) Umgangs mit dieser Körperregion
  • unterscheiden Inkontinenz nach Formen und Schweregraden und das Vorgehen bei der Einschätzung des "Kontinenzprofils" von zu pflegenden Menschen,
  • erklären Möglichkeiten zur Erfassung der Kontinenz im Rahmen der Anamnese,
  • erläutern verschiedene Formen des Toilettentrainings und die Möglichkeiten der Integration in den Alltag der zu pflegenden Menschen (und in den Stationsablauf),
  • erläutern verschiedene Maßnahmen zum Beckenbodentraining und der Kontinenzförderung,
  • vergleichen Materialien, Kosten (+ Finanzierungsmöglichkeiten) der Inkontinenzversorgung,
  • verstehen individuelle Unterschiede im Umgang mit Kontinenz und Inkontinenz,
  • wägen Gründe für und gegen ein pflege- und gesundheitsbezogenem Überschreiten von Tabugrenzen ab,

didaktisch methodischer Verlauf

Sequenz 5 - Partizipative Pflegeorganisation - Übergabe am Patientenbett bzw. Pflegevisiten gestalten

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • unterscheiden Pflegesysteme in der akutstationären somatischen Klinik anhand verschiedener Kriterien,
  • aktivieren ihr Wissen zur Patientenpartizipation,
  • stellen "Regeln" für einen möglichst optimalen Ablauf der Übergabe am Patientenbett zusammen,
  • aktivieren ihr Wissen um pflegerisches Handeln zum Schutz der Person und ihrer Würde und finden Lösungen und Formulierungen für "heikle" Themen,
  • aktivieren ihre Kenntnisse zu Rechtslage in Bezug auf Schweigepflicht und Datenschutz und wägen ab, inwiefern diese durch eine Übergabe am Patientenbett tangiert werden
  • recherchieren, kalkulieren und vergleichen den Zeitaufwand für eine partizipativ orientierte Pflegeorganisation gegenüber der traditionellen Pflegeorganisation,
  • reflektieren institutionelle Chancen und Grenzen einer partizipativen Pflegeorganisation im Krankenhaus,

didaktisch methodischer Verlauf

Sequenz 6 - Beratungsangebote für Frau Gerwien und Herrn Becker initiieren, konzipieren und durchführen

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

  • aktivieren ihre Kenntnisse zu verschiedenen Formen pflegerischer Informations-/Schulungs-/Beratungsgespräche und erweitern es um ein strukturiertes Vorgehen in gezielten, von Patient*innen nachgefragten Beratungsgesprächen,
  • vergleichen Mikroschulung und ergebnisoffene Beratungsgespräche am Beispiel,
  • aktivieren ihr Wissen zur Entstehung von Emotionen wie Scham und Selbstekel und setzen es situativ ein,
  • dokumentieren und ihr Beratungshandeln und entwickeln Möglichkeiten der Evaluation,
  • verstehen die individuellen Scham- und Tabugrenzen der zu pflegenden Personen und stellen die Gesprächsführung und ihr weiteres Pflegehandeln darauf ein,
  • entscheiden sich fallbezogen patientenorientiert für eine geeignete kommunikative Interventionsstrategie und planen entsprechend ein informelles/formelles Aufklärungsgespräch / eine Mikroschulung bzw. ein Beratungsgespräch zur Problemsituation Harninkontinenz,
  • machen sich fremde und eigene Handlungs- und Interaktionsmuster im Umgang mit Scham- und Tabugrenzen reflexiv bewusst und finden konstruktive Möglichkeiten der Selbstkorrektur
  • diskutieren wachsenden Informations-, Unterstützungs- und Beratungsbedarf und das entspreche erweiterte Anforderungsprofil der Pflege vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels (ggf. an Diskussion im 2. Semester anknüpfen),
  • reflektieren fallbezogen institutionelle Chancen und Grenzen von Aufklärung / Beratung im Krankenhaus,

didaktisch methodischer Verlauf

Sequenz 7

Std. (davon Kommunikation: Std.)

didaktisch inhaltliche Zuordnung

Die Lernenden...

Voraussetzungen, Weiterführungen, Alternativen

Voraussetzungen

cc 0
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